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FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen)

Was ist FORL

 

FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen) ist eine sehr schmerzhafze, degenerative Zahnerkrankung, bei der körpereigene Zellen (Odontoklasten) die Zahnsubstanz und die Wurzeln auflösen. Es ist keine Karies, sondern eine Erkrankung, die oft unbemerkt beginnt.

Behandlung:

Betroffene Zähne müssen in der Regel unter Narkose gezogen werden, da die Krankheit nicht heilbar ist.

 

Weitere Informationen finden Sie bei Wikipedia unter: Infos zur FORL

 

Welche Symptome deuten auf eine FORL hin?

 

FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen) ist eine der schmerzhaftesten Zahnerkrankungen bei Katzen. Da Katzen Schmerzen oft instinktiv verbergen, werden Symptome meist erst in fortgeschrittenen Stadien deutlich. 

 

Auffälliges Fressverhalten

Verhaltensänderungen bei der Nahrungsaufnahme sind oft die ersten Warnsignale:

  • Futter fallen lassen: Die Katze nimmt Futter auf, lässt es aber vor Schmerz wieder aus dem Maul fallen.
  • Hektisches oder einseitiges Kauen: Kopfschieflegen beim Kauen oder auffallend schnelles, fast panisches Herunterschlucken.
  • Umschleichen des Napfes: Die Katze hat Hunger, zögert aber vor Schmerz mit dem Fressen zu beginnen.
  • Zähneknirschen: Hörbare Knirschgeräusche oder Klappern mit den Zähnen während des Fressens. 

 

Äußerliche Anzeichen im Maul

Obwohl der Prozess oft unsichtbar an den Wurzeln beginnt, zeigen sich später folgende Symptome:

  • Zahnfleischentzündung: Rotes, geschwollenes oder leicht blutendes Zahnfleisch, oft direkt am Übergang zum Zahn.
  • Mundgeruch: Ein unangenehmer Geruch aus dem Maul deutet auf Entzündungsprozesse hin.
  • Starkes Speicheln (Sabbern): Vermehrte Speichelproduktion als Reaktion auf die Reizung.
  • Abgebrochene Zähne: Zähne wirken kürzer oder fehlen plötzlich ganz, ohne dass ein Unfall vorlag. 

 

Verhaltensänderungen

Allgemeine Symptome von Unbehagen und Schmerz:

  • Berührungsempfindlichkeit: Die Katze weicht zurück oder reagiert aggressiv, wenn sie am Kopf oder Maul gestreichelt wird.
  • Rückzug: Vermehrtes Verstecken oder allgemeine Lustlosigkeit und weniger Spieltrieb.
  • Nachlassende Fellpflege: Aufgrund der Schmerzen im Maul putzen sich betroffene Katzen oft weniger gründlich. 

 

Wichtig: Da FORL oft unter dem Zahnfleischrand beginnt, ist eine Diagnose nur durch ein dentales Röntgen sicher möglich. 

 

 

Was wird gemacht?

 

Es werden die betroffenen Zähne mittels Piezochirurgie entfernt.

 

Was ist die Piezochirurgie?

 

Die Piezochirurgie ist eine hochmoderne, ultraschallbasierte Technik zur Knochenbearbeitung, die bei Katzen vor allem für besonders sanfte und präzise Zahnextraktionen eingesetzt wird.

Im Gegensatz zu herkömmlichen rotierenden Bohrern nutzt dieses Verfahren hochfrequente Ultraschallschwingungen. 

 

Vorteile der Piezochirurgie bei Katzen

 

Dieses Verfahren bietet signifikante Vorteile gegenüber der konventionellen Chirurgie:

 

  • Selektives Schneiden: Das Ultraschallinstrument reagiert nur auf mineralisiertes Gewebe (Knochen und Zähne). Weichgewebe wie Zahnfleisch, Nerven oder Gefäße werden bei Berührung nicht verletzt.
  • Geringeres Trauma: Da weniger Druck und Hitze entstehen, kommt es nach der OP zu deutlich weniger Schwellungen und Schmerzen.
  • Präzision: Die feinen Spitzen ermöglichen ein sehr exaktes Arbeiten, was besonders bei den filigranen Kieferstrukturen der Katze und bei resorptiven Läsionen (FORL) von Vorteil ist.
  • Antibakterieller Effekt: Die durch Ultraschall erzeugte Kavitation im Kühlwasser wirkt keimreduzierend im Operationsfeld.
  • Schnellere Heilung: Durch die minimale Schädigung der umliegenden Strukturen regeneriert sich das Gewebe schneller. 

Die Piezochirurgie bietet gegenüber der konventionellen Chirurgie (mit Bohrern) und der herkömmlichen Extraktion (mechanisches Hebeln) entscheidende Vorteile in Bezug auf GewebeschonungHeilung und Sicherheit

 

 

   Vergleich der Methoden

 

Merkmal 

Herkömmliche Extraktion

Konventionelle Chirurgie (Bohrer)

Piezochirurgie (Ultraschall)

Technik

Mechanisches Hebeln & Ziehen

Rotierende Fräsen/Bohrer

Hochfrequente Ultraschallvibrationen

Gewebe-schutz

Risiko für Quetschungen/Brüche

Risiko für Verletzung von Nerven/Gefäßen

Selektiv: Schont Weichgewebe aktiv

Präzision

Geringer (Kraftaufwand)

Mittel (Gefahr des Abrutschens)

Sehr hoch: Mikrometergenaue Schnitte

Heilung

Normal

Normal (Hitzeentwicklung möglich)

Schneller: Weniger Trauma & Schwellung

 

 

Die spezifischen Vorteile der Piezochirurgie

  • Maximale Sicherheit für Nerven und Gefäße: Die Ultraschallspitzen schneiden nur mineralisiertes Gewebe (Knochen/Zahn). Berühren sie weiche Strukturen wie Zahnfleisch oder Nerven, stoppt die Schneidwirkung, wodurch schwere Komplikationen vermieden werden.
  • Minimales Trauma & weniger Schmerzen: Da keine rotierenden Kräfte oder starker Druck (Hebelkraft) ausgeübt werden, entstehen weniger postoperative Schwellungen und Schmerzen für die Katze.
  • Bessere Sicht für den Chirurgen: Der Ultraschalleffekt sorgt für eine nahezu blutfreie Schnittfläche und wirkt gleichzeitig antibakteriell (Kavitationseffekt), was das Infektionsrisiko senkt.
  • Erhalt des Kieferknochens: Das Verfahren ermöglicht eine extrem knochensparende Arbeitsweise, was besonders bei den sehr feinen Kieferknochen von Katzen (z. B. bei FORL-Behandlungen) entscheidend ist, um Kieferbrüche zu verhindern.
  • Beschleunigte Wundheilung: Durch das präzise, kühle Schneiden wird der Knochen weniger thermisch belastet als bei einem Bohrer, was die Regeneration des Gewebes fördert.

 

 

Ablauf des Eingriffs

  1. Vollnarkose: Wie jede Zahnsanierung bei Katzen erfolgt der Eingriff unter Inhalationsnarkose.
  2. Dentales Röntgen: Vorab wird die Wurzelstruktur genauestens beurteilt.
  3. Extraktion: Der Tierarzt nutzt das Piezotom, um den Spalt zwischen Zahn und Knochen vorsichtig zu erweitern, bis der Zahn ohne Hebelkraft entnommen werden kann.
  4. Versorgung: Die Wunde wird gereinigt und meist mit selbstauflösendem Material vernäht.

 

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